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Medienservice
Redaktion
25.01.2012

Verlorene Bodenhaftung

Ein Leserbrief von Michael Fichtinger, LIF-Bundesgeschäftsführer zum Interview mit Michael Häupl vom 15.1.2012 in der Tageszeitung "Die Presse", erschienen am 22.1.2012.

Michael Häupl fürchtet sich also vor gar nichts. Eine wenig überraschende Feststellung des Wiener Bürgermeisters, von Seiten der Opposition (gibt es die überhaupt?) hat er wahrlich nichts zu befürchten.

Innerparteilich hat er den einzigen möglichen Widersacher rechtzeitig ins Kanzleramt befördert, dass dieser dort eher einer Witzfigur gleicht,  als eine gute Figur zu machen kann Häupl auch egal sein.


Und seinem Koalitionspartner kann er seelenruhig beim politischen Selbstmord mit Anlauf zusehen. Aber die Grüne Vizebürgermeisterin ist wahrscheinlich schon glücklich wenn dereinst ein Radweg nach ihr benannt wird, weitere politische Inhalte sind da nicht nötig. Insgesamt also eine durchaus komfortable Situation für Häupl. Man hätte sich daher durchaus pointiertere Antworten des Wiener Stadtoberhauptes erwarten können, die Floskeln die er zu Niko Pelinka, der Stadtverwaltung und den Beamtenpensionen von sich gegeben hat sind seiner nicht würdig.


Den Vogel abgeschossen hat er aber mit der Behauptung über eine Nulllohnrunde „erst gar nicht nachdenken“ möchte, von einem Sozialdemokraten aus echtem Schrot und Korn hätte man sich doch zumindest die Befürwortung eines Solidarbeitrages der oberen Einkommensbezieher erwarten können, das hätte auch sicher Zustimmung bei den unteren gebracht. Aber wenn man dreimal hintereinander Weltmeister in der Lebensqualität wird kann man schon einmal die Bodenhaftung verlieren.