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Redaktion
03.02.2012

Empörung über Straches Aussagen ist angebracht

Anmerkung zur angeblich „künstlichen“ Empörung über FPÖ-Chef Straches Aussagen im Rahmen des WKR-Balles.

von Ronald Pohoryles

FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky sprach in einer Aussendung von einer „künstlichen und lächerlichen“ Empörung. Strache habe sich lediglich methodisch an die „grausamen Berichte über die unselige NS-Zeit“ erinnert gefühlt, so Vilimskys Sicht.

 

Was war passiert?

Anläßlich des Balls der europäischen Rechtsradikalen in der Wiener Hofburg gab es eine Protestdemonstration gegen die Veranstaltung, die ordungsgemäß angemeldet war und die laut Polizei ohne nenneswerte Zusammenstöße verlief. Herr Strache meinte laut einem anwesenden Standard-Rporter dazu: „Wir sind die neuen Juden“ und phantasierte, dass Angriffe auf Burschenschafter-Buden „wie die Reichskristallnacht gewesen seien“.

Zur Erinnerung: Die „Reichspogromnacht“ in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, vom nationalsozialistischen Regime organisiert und gelenkt, forderte hunderte Todesopfer. Über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe wurden zerstört. Ab dem 10. November wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslagern inhaftiert, von denen Hunderte ermordet wurden oder an den Haftfolgen starben. (Zahlen laut Wikipedia).

Danach kam der Holocaust.

Der Ball, in dessen Rahmen Strache sprach, fand ausgerechnet am Internationalen Holocaust-Gedenktag statt.
Sich über eine solche Wortmeldung und ein solches Geschichtsbild zu empören, sollte "künstlich" sein?