Diese Tage erhielten die Bürger und Bürgerinnen einen Brief des Wiener Bürgermeisters, in welchem er ab Herbst 2009 beitragsfreie Krippen und Kindergartenplätze ankündigt. Diese sind zu befürworten, jedoch sind sowohl die Finanzierung als auch die Gesamtumstände zu hinterfragen, meint der Landeskoordinator der Wiener Liberalen, Hannes Heissl.
"Auf den ersten Blick könnte man meinen, einkommensschwache Familien werden dadurch unterstützt. Dies ist jedoch nicht der Fall, da diese bereits jetzt von den Beiträgen zu Kindergärten befreit sind. Wenn die Gegenfinanzierung, wie in Wien üblich, über die Erhöhung der Gebühren (Müll, Kanal, Wasser und Parken) sowie der Preise der Wiener Linien erfolgt, trifft dies in erster Linie die einkommensschwachen Haushalte. Somit würden insgesamt diese Haushalte noch stärker benachteiligt werden."
Wie Franz Tazber, der Obmann des Dachverbandes der Wiener Privatkindergärten beklagt, wird mit den meisten privaten Kindergärten nicht gesprochen, inwiefern auch diese in die aktuelle Vorgehensweise eingebunden werden können. Weiters weist er daraufhin, dass die Privatkindergärten mit durchschnittlich 400 Euro wesentlich kostengünstiger sind als die öffentlichen Kindergärten mit durchschnittlich 1.000 Euro monatlichen Kosten.
Hannes Heissl von den Wiener Liberalen fordert daher:
- eine eingehende Prüfung der Kostengebahrung bei den öffentlichen
Wiener Kindergärten, sodass die kostenlosen Kindergartenplätze ohne zusätzliche Belastung des Wiener Budgets verwirklicht werden können
- die Prüfung von Einsparungen in der Verwaltung vor Gebührenerhöhungen
- eine zielgerichtete Unterstützung von Familien mit niedrigem Einkommen
- die Einbindung der Privatkindergärten in Wien sowie
- eine Initiative zur effizienteren Verwendung des Wiener Haushaltsbudgets.